Presse



KrimiKurier Nr. 26, Sommer 2008:

Sascha Pranschke: Veits Tanz
Mit Veits Tanz ist Sascha Pranschke ist ein spannendes, gut geschriebenes Krimidebüt gelungen. Unsentimental und glaubhaft erzählt es von der Vielschichtigkeit der menschlichen Existenz und seiner mannigfaltigen Verstrickungen durch Zufälle und Schicksal.



Radio ZuSa, 24. Februar 2008:

Sascha Pranschke: Veits Tanz

Kriminalromane haben längst das Schema des "Who done it" verlassen. Die schlichte Mördersuche ist passé, intelligente Verwirrspiele sollen die Leser fesseln. Ein besonders kompliziertes Geflecht hat der Autor Sascha Pranschke in seinem Roman "Veits Tanz" konstruiert. (...)

Sascha Pranschke hat einen raffinierten Thriller um Habgier, Macht und Geld abgeliefert. Hier ist niemand edel oder gar am Wohlergehen der Menschheit interessiert. Gewissenlose Egozentriker verfolgen bis in die Nebenhandlungen hinein gnadenlos ihre eigenen Ziele. Und gerade die Nebenstränge sind es, die der Haupterzählung Leben geben. Zumal es dem Autor gelingt, alle losen Fäden aufs Spannendste zu entwirren.



Ruhr Nachrichten, 3. Dezember 2007:

Eine Ärztin geht über Leichen

WITTEN. Im Oktober noch auf der Frankfurter Buchmesse und im November in Witten: Sascha Pranschke liest Freitagabend aus seinem Debütroman „Veits Tanz“ in der WerkStadt.
Feinfühlig benutzt der 33-jährige Krimi-Autor seine Stimme, um den Hauptfiguren Leben zu geben. Bei gedimmtem Licht erfahren die Zuhörer so, dass die Ärztin und Genforscherin Eva Westphal zwar attraktiv aussieht, für ihre Karriere aber im wahrsten Sinne des Wortes auch über Leichen geht. (...) 

Für das erste Kapitel seines Buches ist Autor Sascha Pranschke bei den „Burgdorfer Krimitagen“ (Schweiz) sogar ausgezeichnet worden. (...)

„Veits Tanz“ ist voller Spannung, wilden Beziehungsgeflechten, sprachlich schönen Bildern und reich an Humor. Ein Krimi, der nicht nur von erfahrenen Kriminalromanlesern gelesen werden kann, denn auch jenseits von Mord und Totschlag hält er Interessantes bereit. Die Zuschauer dankten es dem Autor mit Applaus.


Prinz Ruhrgebiet, Dezember 2007:

Von Gentechnikern und Illusionisten
Die Krimiszene des Reviers erhält Verstärkung. Sascha Pranschke, geboren in Hannover, jetzt Dortmund, veröffentlichte im Verlag der Criminale sein Romandebüt „Veits Tanz“. Als wären sie von der im Titel anklingenden Tanzwut befallen, verheddern sich die Geschicke des spielsüchtigen Einbrechers Veit Glassmann, des Illusionisten Mosche Gurfinkel, der eiskalten Genforscherin Eva Westphal und des versoffenen Detektivs Krysztof Mendritzki zwanghaft zufällig ineinander. Pranschke, der selbst Seminare für kreatives Schreiben gibt, inszeniert ein literarisches Spiel um Identitäten, das dennoch mörderisch zur Sache kommt.



Stadtkind, Januar 2008:

Sascha Pranschke: Veits Tanz
Sascha Pranschke (...) hat seinen ersten Roman vorgelegt, einen soliden und äußerst spannenden Krimi. Hier fehlt nichts. (...) Geschickt verwickelt Pranschke den einfachen Strang der Erzählung mit Nebensträngen, in denen es unter anderem um Veits Künstler- und Schaustellerfamilie und um Reproduktionsgenetik, also kurz gesagt um Spielarten von Identität geht. Schön, wie Dostojewskis eigene Spielsucht und deren Einfluss auf die Literatur in die Motivik des Romans eingebracht werden. (...)



TextArt, 4/2007:

Sascha Pranschke und sein Erstling Veits Tanz

Wer aufmerksam TextArt liest, dem wird der Name Sascha Pranschke schon einmal begegnet sein. 2005 gewann der 1974 in Hannover geborene Autor den 1. Preis bei dem von TextArt und der Krimizeitschreift "Criminalis" ausgeschriebenen Kurzkrimiwettbewerb. Nun legt er sein Buch-Debüt im erfolgreichen Krimigenre vor, dessen erstes Kapitel bereits ebenfalls beim internationalen Wettbewerb der Burgdorfer Krimitage in der Schweiz ausgezeichnet wurde. "Veits Tanz" weicht ab vom Modell der gewöhnlichen Detektivgeschichte: Pranschke entwirft mit unterschiedlichen Perspektiven ein Verwirrspiel um Zufälle und Schicksale origineller Figuren.

(...)

TextArt:
Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Roman gekommen, und wie haben Sie die Geschichte entwickelt?

Pranschke:

Lange bevor ich mit dem Roman begann, schrieb ich eine Kurzgeschichte mit dem Titel „Friedrich wird ruhig“. Sie erzählt von der Begegnung zweier Ärzte, die während ihres Studiums gemeinsam einen Mord begangen haben. Nach vielen Jahren erregen die einfallsreich entsorgten Leichenteile – die Mörder haben daraus anatomische Präparate für die Universität hergestellt – schließlich doch die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt. Zeit für ein Gespräch unter Mördern. Für einen der beiden endet es tödlich. Ich nahm mit der Story am Wettbewerb der Burgdorfer Krimitage teil und gewann den 2. Preis. In ihrer Laudatio bedauerte eine der Veranstalterinnen, dass die Geschichte nicht weiterging. Da wurde mir bewusst, dass meine Erzählung ein starkes erstes Kapitel wäre.
Hinzu kam, dass ich in derselben Woche noch einen weiteren Krimipreis gewann: den 1. Preis des Kurzkrimiwettbewerbs der Zeitschriften TextArt und criminalis für meine Story „Hinter der Leinwand“. Diese beiden Geschichten waren die ersten Krimis, die ich je geschrieben hatte. Sollte ich ein Krimiautor sein, ohne es bisher gewusst zu haben? Eines stand fest: Wenn ich einen Kriminalroman schreibe, dann aus der Perspektive der Verbrecher. Da war diese Idee, die ich schon seit einer Weile mit mir herumtrug: von einem Einbrecher, der während eines Einbruchs über eine Leiche stolpert.
Ich ließ diesen Einbrecher der Mörderin aus „Friedrich wird ruhig“ begegnen. Der Plan, den die beiden schmieden, bildet eine Hauptachse des Romans. Damit diese beiden Figuren glaubhafte und interessante Charaktere wurden, musste ich ihre Lebensgeschichten entwickeln. Hier erlangte die Recherche eine entscheidende Bedeutung. Eine der Hauptfiguren, Eva Westphal, ist Genetikerin. Ich musste also mein Wissen über die Genforschung vertiefen. Der Einbrecher, Veit Glassmann, ist ein spielsüchtiger Dostojewski-Verehrer und Spross einer Artistenfamilie. Sein ehemaliger Lehrer, ein Entfesslungskünstler und Fälscher, gibt sich für einen chassidischen Juden aus – weitere Felder, die es bei der Recherche zu beackern galt. Das Schöne an dieser aufwändigen Arbeit: Sie brachte mich immer wieder auf neue Ideen, so dass ich schließlich einen Roman schrieb, der aus mehreren miteinander verwobenen Storys besteht.

(Textauszug; das gesamte Interview in: TextArt, 4/2007)